Zum ersten Mal bin ich mit diesem Wort in meiner Studienzeit in Berührung gekommen. Meine Didaktik-Professorin beschrieb uns das Portfolio als eine Mappe, in der unsere zukünftigen Schüler ihre Zertifikate, Teilnamebescheinigungen, Zeugnisse u. ä. sammeln und damit ihr Deutsch-Können nachzuweisen. Als Methode, die in den Unterricht eingeführt werden kann, habe ich das nicht kennen gelernt.
Da ich mich jetzt mit diese Methode bekannt mache, hoffe ich, sie so kennen zu lernen, um sie in den Unterricht integrieren zu können. Ich denke, dass – nach der Definition – es schon Sinn macht, sie einzuführen, man muss sie jedoch gut beherrschen und sie den Lernenden auch als Vorteil vorstellen.
Um mir darüber Gedanken zu machen, diese Methode in meinen Unterricht zu integrieren, muss ich immer die Zielgruppe der Lernenden im Auge behalten. Bei mir handelt es sich um Studierende, Erwachsene, die Betriebswirtschaft studieren, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, die sich das Studium selbst bezahlen, sich es auch teilweise schwer erarbeiten, eine Familie haben in einen harten Job, und besonders Fremdsprachen-zu-lernen-unmotiviert sind (da sie meist eine schlechte Erfahrung mit dem Lernen einer Fremdsprache haben, besonders Deutsch, die in Slowenien als schwierig zu erlernen bekannt ist).
Ich denke, es gibt pro und contra für das Einführen dieser Methode in meinen Unterricht:
Pro:
- die Studierenden können am Beginn des Lernens prüfen, was sie schon können, was sie lernen wollen, wie sie das lernen, wie lange sie dazu brauchen werden – das heißt sie planen,
- sie definieren Ziele,
- sie können mögliche Hindernisse definieren
- den Lernweg selbst bestimmen
- Selbstreflexion ist wichtig, um besser den Prozess und den Weg zum Ziel zu verstehen
- mehr Freude und Zufriedenheit am Ende und am Ende jedes Schrittes
- für die Zukunft Lernstrategien und Weiterbildungsstrategien planen können
Contra:
- Zeitaufwand – wenn umfangreich verfasst, braucht man dafür viel Zeit – um es zu schreiben einerseits (Studierender) und um es zu lesen andererseits (Lehrer)
- zum-Schreiben-unmotiviert – Studierende, die nicht besonders gerne schreiben, beschreiben, eher aus dem Web kopieren
- Studierende sehen keinen konkreten nutzen
- Fremdsprachenunterricht verläuft an unserer Schule modulartig und ein Deutsch-Modul dauert nur 5 bis 7 Wochen
– meiner Meinung nach viel zu kurz um ein Portfolio zu verfassen
1 Antwort bis hierher ↓
Tatjana // Oktober 24, 2007 um 7:51
Liebe Klavdija,
Die Vorstellung der Portfolio-Methode, die Du in Deiner Studienzeit hattest, kenne ich gut. Sie herrscht heute noch bei vielen Lehrern in Russland. Bei uns ist das ganz neue Methode. Und die Lehrer selbst sind sehr pessimistisch zu ihr eingestellt.
Aber natürlich ist Portfolio nicht nur eine Sammlung verschiedener Dokumenten. Das ist viel-viel mehr.
Mit Deinen Pro- und Contra-Argumenten bin ich völlig einverstanden. Es ist sehr wichtig, sie zu erkennen, bevor man Portfolioarbeit in den Unterricht einführt.
Alles Gute
Tanja